Wracktauchen: Le Polynesien

by    DiveSSI    12th June 2019
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Wracktauchen

Das gut erhaltene Wrack des ehemaligen Passagierschiffes und späteren Truppentransporters Le Polynesien aus dem Jahr 1890 mit 152 Metern Schiffslänge ist einer der weltweiten Top-Spots des ambitionierten Wracktauchens. Es ist auch eines der schönsten Wracks im Mittelmeer und für gut ausgebildete Sporttaucher und Tekkies ein gut erreichbares Ziel.

Die SS Polynesien (oder Le Polynesien) war ein französischer Dampfsegler mit 6373-Tonnen. Das Schiff wurde als Linienschiff eingesetzt und von der UC-22 am 10. August 1918 während der finalen Phase des Ersten Weltkrieges versenkt. Zehn Seeleute kamen dabei ums Leben. Der Liner transportierte zu dieser Zeit serbische Truppen. Er liegt gut 7 Meilen von Vallettas Grand Harbour entfernt und ist wohl das schönste bisher in maltesischen Gewässern entdeckte Wrack. Es besitzt eine intakte Schiffshülle und liegt auf der Backbordseite. Das Wrack liegt auf ca. 70 Metern Tiefe und erfordert mehrere Tauchgänge um es in seiner vollen Pracht zu erfassen.

Der vordere Teil des Schiffsrumpfs um die 45 Grad nach Backbord geneigt, der hintere Teil nur um die 20 Grad nach Backbord geneigt. In der Mitte – so wirkt es - scheint das Wrack durchzuhängen. Im Bereich des Maschinenraums ist das Deck teilweise eingebrochen; die Deckshäuser sind gänzlich eingebrochen. An der Bruchkante, Blickrichtung nach vorn, zur ehemaligen Brücke, ist das Hauptdeck wieder hoch aufragend.

Bei der Bruchkante gibt es gute Eindringmöglichkeiten in die vorderen unteren Decks. Die vom Rostfraß durchlöcherten Schottwände mahnen zur Vorsicht. In dem Bereich sind auf den ersten Blick Teller für Mannschaftsdienstgrade und Truppen zahlreich zu erspähen. Noch einfacher ist das Eindringen im Bereich des Vorschiffs über das Hauptdeck möglich. Es genügt, durch offene Luken vertikal einzusteigen. Die Tischfundamente – fixiert am Decksboden – sind noch alle vorhanden. Das Blaugrau des Mittelmeeres strahlt an Tagen mit guter Sicht, die im Frühjahr durchaus bis 40 Meter Horizontalsicht am Wrack betragen kann, durch die intakten Bullaugen. Für die Polynesien benötigt man ganz klar mehrere Tauchgänge um die volle Pracht des Wracks erfassen zu können.

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12th June 2019
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