Wie wird man ein Unterwassermodel?

by    DiveSSI    22nd August 2019
Chris Schenker, Egypt
Mermaid Kat / Chris Schenker
Ian Gray (Australia)
Mermaid Kat / Ian Gray
Ian Gray 012
Mermaid Kat / Ian Gray
Konstantin Killer 003
Mermaid Kat / Konstantin Killer

Ein Unterwassermodel zu sein, klingt besonders für viele Mädchen und junge Erwachsene sehr interessant. Fotos unter Wasser, mit einer Spiegelung an der Wasseroberfläche und mit Ballkleidern, die unter Wasser die schönsten Formen zeigen. Dazu eine Frisur mit wehenden Haaren, welche selbst die besten Frisöre an Land kaum stylen könnten – solche Fotos unterscheiden sich gravierend von dem durchschnittlichen Instagram-Selfie.

Was sind die Grundvoraussetzungen, um ein Unterwassermodel zu werden?

Bevor man überhaupt darüber nachdenkt, unter Wasser für eine Kamera zu posieren, sind gewisse Grundvoraussetzungen erforderlich. Natürlich sollte man sich im Wasser grundsätzlich erst einmal wohlfühlen. Das Schwimmen sollte sicher erlernt sein und man sollte kein Problem damit haben, mit offenen Augen unter Wasser zu tauchen und das ohne dabei die Nase zuzuhalten. Wenn diese Grundvoraussetzungen geben sind, ist alles Weitere im Prinzip reine Trainings- und Übungssache.

Ein anderes Element und alles ist anders

Ein Unterwassermodel sollte in der Lage sein ihren/seinen Körper unter Wasser zu kontrollieren. Um das Tarieren zu üben, sind Erfahrungen im Gerätetauchen sicherlich vorteilhaft. Auch Gesichtsausdrücke und das Kontrollieren von langen Haaren und Kleidung unter Wasser sollten geübt werden.
Gerade lange Kleider können im Wasser schnell schwer werden und sich um die Beine wickeln. Dieses kann sehr ermüdend werden und somit sollte jedes Unterwassermodel über eine gewisse Grundfitness verfügen.

Unterwassermodeln ist nicht gleich Unterwassermodeln!
Prinzipiell sollte man beim Unterwassermodeln zwischen zwei verschiedenen Arten unterscheiden.

Modeln im flachen Wasser, wie beispielsweise in einem Pool, wobei das Model zum Luftholen jedes Mal an die Wasseroberfläche zurückkommt.
Shootings, bei dem das Model unter Wasser mit Druckluft bearbeitet wird.

Beim Modeln im flachen Wasser und mit kontrollierten Verhältnissen, reicht es im Prinzip aus, wenn das Model die Grundlagen zum Apnoetauchen erlernt hat. Wenn das Model im Ruhezustand in der Lage ist, ihre/seine Luft für etwa 2 Minuten anzuhalten, sollte dieses für ein Unterwassershooting ausreichend sein.

In sofern das Model unter Wasser mit Druckluft beatmet wird, selbst im flachen Wasser, ändert sich alles. Diese Art des Unterwassermodelns wird ganz klar in die Kategorie er „Stunt-Arbeit“ eingestuft. Ein Model, welches unter diesen Bedingungen arbeitet, sollte unbedingt über eine gute Apnoeausbildung verfügen und darüber hinaus eine Grundlage von mindestens 500 Tauchgängen im Gerätetauchen verfügen. Unter Wasser mit angehaltener Luft, Wasser in der Nase, den Nebenhöhlen und den Augen, ohne einen Kälteschutz und ohne eigenes Tauchgerät zu sein, kann bei unerfahrenen Unterwassermodels schnell zu einer Panikattacke führen, welche sowohl für das Model als auch für das restliche Team sehr schnell gefährlich werden kann.

Sicherheit

Bei jedem Unterwassershooting besteht ein Restrisiko. Um das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten ist es wichtig, dass sowohl das Model als auch die anderen Teammitglieder sicher im und unter Wasser sind. Es ist wichtig, dass das Model mindestens einen oder mehrere, je nach Bedingungen, Sicherheitstaucher hat.
Vor Shootingbeginn sollten gewisse Dinge, wie Handzeichen und andere Signale zur Kommunikation und Notfallpläne klar mit dem ganzen Team besprochen werden.
So verführerisch ein Shooting an einem Schiffswrack auf 15 m Tiefe auch klingt – ein Model, welches nur 20 Tauchgänge absolviert hat, ist nicht das richtige für diesen Job. Die Sicherheit sollte bei jedem Unterwassershooting an oberster Stelle stehen und kein Foto ist es wert dafür sein Leben oder das Leben eines Teammitglieds zu riskieren.

Wie bekommt man solche tollen Fotos?

Nachdem das Model sein Apnoe- und Gerätetauch-Training absolviert hat und das Posieren unter Wasser erlernt hat, geht es nun darum tolle Fotos entstehen zu lassen. Am einfachsten ist es sich mit Unterwasserfotografen in Verbindung zu setzten und die ersten Shootingerfahrungen in einem Schwimmbad zu sammeln.

Wer neben den Pool-Shootings auch noch andere, ganz besondere Ergebnisse erzielen möchte, kann ein Unterwassershooting im Freiwasser planen. Die Koordination hierfür ist nicht immer ganz einfach. Wie ist die Wassertemperatur? Wie sind die Sichtverhältnisse? Gibt es Wellen oder Strömungen? Welcher Fotograf hat Zeit und Lust? Wo bekommen wir unseren Sicherheitstaucher her? Viele Fragen, die die Planung nicht immer leicht machen, sind bei solchen Unterwassershootings gegeben.

Wer es etwas einfacher haben möchte, kann jedoch auch eine bereits organisierte Unterwassermodel-Reise buchen. Hierbei ist bereits alles abgestimmt, die Location, der Fotograf, Sicherheitsleute und auch das Grundkonzept für die Shootings ist bereits ausgearbeitet. Eine solche Unterwassermodel-Reise findet zum Beispiel im September 2020 in den Malediven statt, mehr Infos hier.

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22nd August 2019
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