Unbekanntes Korallenriff in Westnorwegen entdeckt

by    DiveSSI    19th November 2019
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Tiefwasserkorallenriff Bukkarevet, Foto: © Tina Kutti/Institute of Marine Research
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Tiefwasserkorallenriff Bukkarevet, Foto: © Tina Kutti/Institute of Marine Research
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Korallenriffe, die aus den verkalkten Skeletten toter Korallen sowie lebenden Korallen bestehen, bieten Lebensraum für viele Arten, Foto: © Tina Kutti/Institute of Marine Research
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Bukkarevet liegt südlich von Bukkaskjeret, an der Schwelle zum Hardangerfjord. Fünf Kilometer westlich liegt die Industriestadt Leirvik auf der Insel Stord, Grafik: : © Tina Kutti/Institute of Marine Research

Ein Kaltwasserkorallenriff als Zufallsfund

Norwegische Forscher haben das größte bisher bekannte Tiefwasserkorallenriff in Westnorwegen entdeckt. Das neu entdeckte Riff, das den Namen "Bukkarevet" trägt, liegt an der Schwelle zum Hardangerfjord.  Es erstreckt sich mehrere hundert Meter in alle Richtungen und liegt direkt im geplanten Meeresschutzgebiet Ytre Hardangerfjorden

Forscher vermuten an dieser Stelle seit langem die Existenz eines Riffs aufgrund sporadischer Beobachtungen von Korallen in der Gegend. Sowohl Meeresforscherin Tina Kutti vom norwegischen Institute of Marine Research als auch andere Forscher hatten das Gebiet schon einmal durchsucht. Aber in der pechschwarzen Umgebung in 150 Metern Tiefe beträgt die Sichtweite der UW-Kamera nur wenige Meter. Mit anderen Worten: Es war und ist wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen.

"Es war wirklich aufregend, endlich zu bestätigen, dass das Riff tatsächlich existiert. Und das mit einer Kamera, die ich auf dem Deck hielt. Unter der Annahme, dass 20 Meter der Höhe, die wir auf den Videos sehen können, Korallen sind, muss das Riff mindestens 4.000 Jahre alt sein", so Kutti.

Ziel der Untersuchungen vor Ort war es eigentlich, ein "Handbuch" zu erstellen, wie Fischzüchter den Meeresboden erfassen sollten, bevor sie sich für den Aufbau neuer Fischzuchtanlagen bewerben.

Direkt unter den Aquakulturen wird der Meeresboden durch Fäkalien und Futter aus den offenen Netzkäfigen beeinflusst. Generell raten die Forscher daher davon ab, Fischfarmen zu nah an Korallenriffen anzusiedeln.

"Die Entdeckung zeigt, wie wichtig es ist, die einzigartige natürliche Umgebung auf dem Meeresboden zu erfassen. Wir haben mehrere Untersuchungen in diesem Bereich durchgeführt, aber wir hatten dieses Riff noch nie zuvor gesehen", sagt Kutti.

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19th November 2019
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