Überfischung der pazifischen Riffe durch “Blue Boats”

by    DiveSSI    12th December 2019
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Riesenmuschel (Hippopus hippopus) (c) Frederic Ducarme
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Seegurke - Cucumaria miniata (c) NOAA
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Blue Boats aus Vietnam plündern Riffe im Pazifik

Illegale Fischerei in großem Ausmaß durch vietnamesische Holzboote
Eine Flottille vietnamesischer Fischerboote mit Besatzungen, die unter harten Bedingungen arbeiten, plündern die pazifischen Korallenriffe. Ihr Ziel: Meeresfrüchte. Die Wilderei wird zunehmend zu einem Problem
Dr. Andrew Song vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University hat jetzt auf das Problem der vietnamesischen "Blue Boat"-Flotte aufmerksam gemacht:  kleine, häufig blau gestrichene Fischereifahrzeuge, die Tausende von Kilometern zurücklegen, um illegal in Pazifikgewässern zu fischen. Dr. Song erklärt, dass die Gründe wohl ökonomisch, aber auch geopolitisch sind, da die verstärkte chinesische Präsenz/Einmischung die vietnamesischen Fischer aus ihren traditionellen Fischgründen im Südchinesischen Meer verdrängt hat.
"Die Boote sind zwischen 10-15 Meter lang und bieten Platz für bis zu 17 Personen. Die Besatzungen haben angeblich keinen Arbeitsvertrag und keine Versicherung und werden häufig nach Unfällen oder Vorkommnissen ausgesetzt. Sie reisen mehr als 7.000 km rund um den Pazifik und bleiben bis zu drei Monate auf See“, so Dr. Song.
Ziele der illegalen Fischerei sind hautsächlich hochwertige Arten von Seegurken und Riesenmuscheln, die an vielen Korallenriffen gefunden wurden. Dr. Song schätzt die Kosten für die Boote auf jeweils rund 15.000-35.000 AU$, während verarbeitete tropische Seegurkenarten in Hongkong und China zu 150-300 AU$ pro Kilogramm verkauft werden können. Er erklärt, es bestehe der Verdacht, dass die blauen Boote auf dem offenen Meer große "Mutterschiffe" treffen, um ihren Fang abzuladen und Vorräte zu beschaffen. 
"Das Sammeln von Seegurken in fremden Gewässern ist anscheinend einfacher und weniger gefährlich, da Seegurken dort immer noch in sechs bis sieben Meter Tiefe zu finden sind. In den Gewässern vor Vietnam, müssen die Menschen 60 bis 80 Meter tauchen, um Seegurken zu finden", so Dr. Song. "Die Wilderei gefährdet die Lebensgrundlage der Küstengemeinden und ist eine wichtige Quelle nationaler Exporterlöse im Pazifik. Die Seegurkenfischerei gilt als die zweitwertigste Exportfischerei für die pazifischen Inselstaaten", ergänzt er.
Die pazifischen Inselstaaten sind nur begrenzt in der Lage, die Ressourcen für Patrouillen in einem so riesigen Gebiet bereitzuhalten, und die relativ kleinen Holzboote sind schwer zu finden, selbst mit Hilfe von Radar.
"In den australischen Gewässern ist die Zahl der aufgebrachten ausländischen Fischerboote, die illegal gefischt haben, von sechs im Jahr 2014 auf 20 im Jahr 2016 gestiegen, wobei die meisten aus Vietnam und Indonesien stammen", so Dr. Song.
Die Wilderer sollten laut Dr. Song als eine neue Art von Sicherheitsbedrohung angesehen werden, die das Leben der vietnamesischer Fischer gefährdet, die Ernährungssicherheit der Nationen der pazifischen Inselstaaten gefährdet und deren Wirtschaft. Dr. Song fordert vernetzte Aktivitäten der betroffenen Staaten um gegen die „Blue Boats“ vorzugehen.

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12th December 2019
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