Paradiesische Artenvielfalt an atlantischem Seeberg

by    DiveSSI    7th November 2019
A Tristan Rock Lobster (Jasus tristani)  is seen sitting on one of Vema's summits, which is covered in algae, soft corals, sponges and bryozoans (moss animals).
Tristan-Languste am Mount Vema (c) Richard Barnden, Greenpeace
A small group of sea goldies sheltering under a coral-decorated overhang.
Zwei Juwelen-Fahnenbarsche unter einem mit Korallen bewachsenen Überhang (c) Richard Barnden, Greenpeace
Greenpeace oceans campaigner Thilo Maack during diving at Mount Vema. He is surrounded by a thick canopy of kelp and seaweed.
Untersuchung des Mount Vema (c) Richard Barnden, Greenpeace
Imad (L, diver) and Sander (diver) observe a Tristan Rock Lobster (Jasus tristani) on one of Mount Vema’s summits.
Untersuchung des Mount Vema (c) Richard Barnden, Greenpeace
A Tristan Rock Lobster (Jasus tristani) on one of Mount Vema’s slopes.
Tristan-Languste am Mount Vema (c) Richard Barnden, Greenpeace

Nach Fischereiverbot erholt sich das Leben am Mount Vema

Greenpeace-Aktivisten an Bord der „Arctic Sunrise“ fanden einen beeindruckenden Beweis für die Wirksamkeit von Meeresschutzgebieten am Tiefseeberg Vema im Südostatlantik. Taucher der Umweltschutzorganisation entdeckten auf dem Seeberg, der aus 4.600 Metern Tiefe bis knapp unter die Wasseroberfläche emporsteigt, ein Paradies der Artenvielfalt

Gelbschwanzmakrelen, Streifenbrassen, Korallen, Algen und viele Krebsarten finden am Tiefseeberg Vema - fast 1.000 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt - küstenähnliche, ideale Lebensbedingungen. Die tieferen Hänge sind Heimat für Schwarze Korallen und farbenreiche Gorgonien. Sogar der auf Vema bereits als ausgelöscht geltende Bestand der Tristan-Languste nimmt wieder zu, nachdem die Südostatlantische Fischereiorganisation (SEAFO) 2007 ein Verbot der Grundfischerei verhängt hatte. Dutzende dieser Tiere konnten die Taucher beobachten. "Wir sind überrascht, so viele Tristan-Langusten zu sehen. Ohne das Fischereiverbot wäre diese Art hier für lange Zeit verloren gewesen", freut sich Greenpeace-Meeresbiologe und Taucher Thilo Maack vor Ort. "Vema zeigt: Die Meere erholen sich, wenn man ihnen Zeit und Raum dafür gibt."

Die Umweltschützer fordern mehr Schutz und konsequente Maßnahmen gegen tödliche Geisternetze und ausrangiertes Fischereigerät in den Ozeanen. Verlorene oder aufgegebene Hummerkäfige der Fischereiindustrie, die Greenpeace sogar auf Mount Vema dokumentieren konnte, bedrohen noch immer marine Lebewesen und werden zur tödlichen Falle für Fische, Krebse und andere Meerestiere.

Jährlich landen rund 640.000 Tonnen altes Fischereigerät wie Netze, Bojen, Leinen, Fallen und Körbe als Fischereimüll in den Ozeanen und tragen zu etwa zehn Prozent zur Plastikmüllbelastung bei. Sechs Prozent aller eingesetzten Netze, neun Prozent aller Fallen und 29 Prozent aller Langleinen enden in den Meeren. Seeberge sind besonders häufig betroffen, da sie wegen ihrer großen Artenvielfalt stark befischt werden. Das belegt ein neuer Greenpeace-Report. "Es macht mich wütend, an einem so entlegenen Ort alten Fischereimüll zu finden.", so Maack. "Orte wie Mount Vema brauchen umfassenden Schutz vor jeglichem menschlichen Zugriff und jemanden, der diesen Schutz konsequent umsetzt."

Vereinte Nationen müssen 30 Prozent der Ozeane schützen

Die Reise der „Arctic Sunrise“ zum Tiefseeberg ist Teil der großen Schiffsexpedition vom Nord- zum Südpol mit zahlreichen Stopps an den Paradiesen der Hohen See. Greenpeace fordert von den Vereinten Nationen, im kommenden Jahr einen ambitionierten, rechtlich bindenden Hochseeschutzvertrag zu verabschieden, mit dem 30 Prozent der Meere bis 2030 geschützt werden können. Doch die Verhandlungen machen kaum Fortschritte. Nur mit durchgreifenden Schutzmaßnahmen und klaren Regeln für die Ausweisung von Schutzgebieten und gegen Überfischung, Vermüllung oder Rohstoffabbau können die Ozeane als Nahrungsquelle und wichtigster CO2-Speicher noch gerettet werden.

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7th November 2019
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