Malin Head: Der Friedhof der Riesen (4)

by    DiveSSI    1st August 2019
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SS Empire Heritage (c) Steve Jones
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SS Empire Heritage (c) Steve Jones
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SS Empire Heritage (c) Steve Jones
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SS Empire Heritage (c) Steve Jones

Das Wrack der SS Empire Heritage

Das tiefe, kristallklare Wasser vor Malin Head in Irland war einst eine Schifffahrtsroute für Konvois während des Krieges. Nach nunmehr zwei Weltkriegen ist der Meeresboden heute ein Friedhof für übergroße Wracks. Im Finale von vier Mini-Storys schauen wir uns den faszinierenden, mit Fracht beladenen Tanker SS Empire Heritage an.

Als sich am 8. September 1944 über 100 Schiffe im Konvoi HX-305 der irischen Küste näherten, feuerte das Deutsche U-Boot U-482 einen einzigen Torpedo auf die SS Empire Heritage ab, einen Tanker mit 16.000 Tonnen Treibstoff. Eine katastrophale Explosion versenkte das Schiff so schnell, dass nicht einmal mehr Notsignale gesendet werden konnten. Für die Überlebenden wurde die Tortur fortgesetzt, als auch ihr Rettungsschiff versenkt wurde, möglicherweise weil es nicht als Rettungsschiff identifiziert wurde. Die beiden Schiffsuntergänge verursachten enorme Opferzahlen.

Während wir in Richtung Wrack abtauchen, entfaltet sich unter uns eine Szene des totalen Chaos. Sherman-Panzer liegen wie weggeworfenes Spielzeug in Lastwagen verwickelt am Wrack und am Meeresboden – ein Chaos aus Altmetall soweit unsere Augen sehen können. Die Empire Heritage trug fast 2000 Tonnen dieser enorm wichtigen Kriegsgüter! Einige stehen aufrecht und sind perfekt intakt, während andere noch ordentlich in den bis zu drei tiefen Laderäumen gestapelt sind und sich in einem bemerkenswert guten Zustand befinden. Durch jahrelange Wellenbewegungen wurde der Aufbau dieses 15,702 Tonnen schweren Wracks zerstört, das sich in einer Tiefe von 67 Metern nur noch wenig über dem Meeresboden erhebt. In dieser Tiefe wären Scooter erforderlich, um die gesamte Länge von 150 Metern in einem Stück abzutauchen. Ohne diese motorisierte Hilfe versuchen wir nicht einmal, die hinteren Bereiche des Schiffes zu erreichen. Dort hätten wir die Schiffsmaschinen und 6 riesige Kessel gefunden, die in ordentlichen Reihen von jeweils drei Stück angeordnet sind. Stattdessen steuern wir die vorderen Bereiche an, in denen die Überreste der Laderäume voller Fische sind.

Unsere Bodenzeit nähert sich bald 30 Minuten, also suchen wir nach dem blinkenden Stroboskop, das unsere Aufstiegslinie zur Dekompressionsplattform markiert. Da es sich um eines der größeren Schiffe handelt, die im Zweiten Weltkrieg versenkt wurden, haben wir bei zukünftigen Tauchgängen noch viel Neues zu entdecken.

Vielen Dank an  Steve Jones

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DiveSSI
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1st August 2019
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