Kein Meeresschutzgebiet im antarktischen Weddellmeer

by    DiveSSI    4th November 2019
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Treibender Eisberg im Weddellmeer, Foto: © Alfred-Wegener-Institut/Mario Hoppmann
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Wale im Südpolarmeer, Foto: © Alfred-Wegener-Institut/Mario Hoppmann
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Pfannkucheneis, Foto: © Alfred-Wegener-Institut/Mario Hoppmann
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Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ im Weddellmeer, Foto: © Alfred-Wegener-Institut/Mario Hoppmann
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Polarlichter über der deutschen Antarktis-Forschungsstation Neumayer-Station III, Foto: © Stefan Christmann, Alfred-Wegener-Institut

Internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis lehnt Unterschutzstellung ab

Die Internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) hat auf ihrer diesjährigen Sitzung über das Meeresschutzgebiet (MPA) im antarktischen Weddellmeer verhandelt. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) haben den im Jahr 2016 eingereichten Antrag federführend für die Europäische Union (EU) ausgearbeitet - wir berichteten. Die Pläne sind auch 2019 wieder gescheitert

Vom 29. Oktober bis 2. November 2019 haben die Mitglieder des CCAMLR Wissenschaftsausschusses in Hobart (Tasmanien) beraten. Unter anderem ging es um den Antrag zur Einrichtung eines Schutzgebiets im Weddellmeer, dem atlantischen Sektor des Süd-Ozeans. Der Antrag wurde von Wissenschaftlern des AWI mit vertreten. Die Zeit zwischen der letztjährigen und der aktuellen Sitzung wurde dafür genutzt, Vorbehalte anderer Staaten aufzugreifen, was unter anderem dazu geführt hat, dass Norwegen jetzt zusammen mit der EU und deren Mitgliedstaaten als Co-Antragsteller fungierte.

„Um zu einem einstimmig gefassten Beschluss zur Annahme des Weddellmeer MPAs und anderer vorliegender Schutzgebietsvorschläge (Ostantarktis und Antarktische Halbinsel) unter CCAMLR zu kommen, bedarf es aller Wahrscheinlichkeit nach noch weiterer politischer Diskussionen“, erläuterte Dr. Stefan Hain, umweltpolitischer Sprecher des Alfred-Wegener-Instituts, die Ausgangslage vor den Verhandlungen, die jetzt gescheitert sind.

Wie aus Teilnehmerkreisen verlautete, wurden die Pläne insbesondere von Russland und China blockiert und auch vom neuen Co-Antragssteller Norwegen soll Widerstand gekommen sein. Im nächsten Jahr wird die Kommission einen neuen Anlauf nehmen, im Weddellmeer doch noch das größte Meeresschutzgebiet der Erde zu schaffen.

Hintergrund:

Die Vereinten Nationen haben das Ziel ausgegeben, dass bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der Weltmeere unter Schutz gestellt werden sollen. Bisher sind davon knapp acht Prozent erreicht worden. Insgesamt wird angestrebt, rund um die Antarktis ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten (Marine Protected Areas, MPA) einzurichten. So sollen Regionen unter Schutz gestellt werden als Rückzugsgebiete für kälteliebende Meeresorganismen, die im Zuge der globalen Erwärmung und der damit einhergehenden geringeren Meereisbedeckung zukünftig einem stärkeren Fischereidruck ausgesetzt sein könnten. Wissenschaftler des AWI führen seit Institutsgründung im Jahr 1980 regelmäßige Forschungsexpeditionen ins Weddellmeer durch. So hat die CCAMLR Kommission Deutschland gebeten, den Schutzgebietsantrag für das Weddellmeer auszuarbeiten, was das Alfred-Wegener-Institut übernommen hat. Seit dem Jahr 2013 haben AWI-Forscher Daten zusammengetragen und analysiert, sowie den Schutzgebietsantrag ausgearbeitet, den die EU dann im Jahr 2016 erstmals bei CCAMLR eingereicht hat.

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4th November 2019
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