Der Lachgasbildung im Ozean auf der Spur

by    DiveSSI    28th March 2019
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Forscher des GEOMAR konnten auf mehreren Expeditionen im Ostpazifik an zahlreichen Stationen Wasserproben auf Hydroxylamin hin untersuchen (c) Kerstin Nachtigall/GEOMAR
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Annette Kock und Damian Arevalo bei den NH2OH Messungen, (c) Hermann Bange/GEOMAR
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Probenflaschen, (c) Hermann Bange/GEOMAR

Forscher messen erstmals Hydroxylamin im offenen Ozean

Wann und wo in der Natur welche Form von Stickstoff auftritt, beeinflusst nicht nur das Leben an Land und in den Ozeanen, sondern auch das Klima. Viele Faktoren im Stickstoffkreislauf sind noch nicht bekannt oder ausreichend verstanden. Meereschemiker des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben jetzt erstmals einen direkten Indikator für einen Schlüsselprozess des Stickstoffkreislaufs im Ozean aufspüren können

Stickstoff ist – genauso wie zum Beispiel Sauerstoff – für das Leben auf der Erde von grundlegender Bedeutung. Je nachdem in welchen Formen und Verbindungen er auftritt, kann er Leben fördern, aber auch beschränken. Außerdem sind einige Stickstoffverbindungen wie zum Beispiel Lachgas in der Atmosphäre äußerst wirksame Treibhausgase. Deshalb ist es wichtig, die Bildung und den chemischen Umbau verschiedener Stickstoffverbindungen in der Natur genau zu verstehen und die Faktoren zu kennen, die diesen Stickstoffkreislauf beeinflussen.

Forschern des GEOMAR ist es jetzt erstmals gelungen, mit Hilfe der kurzlebigen Verbindung Hydroxylamin einen für den Stickstoffkreislauf grundlegenden Prozess, die sogenannte Nitrifizierung, im offenen Ozean direkt nachzuweisen. „Dieser Nachweis ist sonst nur mit sehr aufwendigen Analysen in Speziallaboren an Land möglich. Mit der neuen Methode konnten wir die Messungen schon an Bord durchführen“, erklärt die Meereschemikerin Dr. Frederike Korth vom GEOMAR. Sie ist Erstautorin der Studie, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Geophysical Research Letters erschienen ist.

Hydroxylamin (NH2OH) ist eine Verbindung von Stickstoff mit Wasserstoff und Sauerstoff, die aber sehr schnell wieder zerfällt, wenn weiterer Sauerstoff vorhanden ist. „Deshalb gibt es bisher keine Messungen von Hydroxylamin aus den Ozeanen“, erklärt Prof. Dr. Hermann Bange vom GEOMAR, Leiter der Arbeitsgruppe und Co-Autor der neuen Studie.

Die auf Messungen im Meer spezialisierten Chemiker aus Kiel konnten während mehrerer Expeditionen der deutschen Forschungsschiffe „MARIA S. MERIAN“ und „METEOR“ im Pazifik und im Atlantik an zahlreichen Stationen Wasserproben auf Hydroxylamin hin untersuchen. „Die Verbindung kann im Stickstoffkreislauf ein Vorgänger von Lachgas sein, aber eben nur bei dem Umwandlungsprozess, den wir Nitrifizierung nennen“, erklärt Korth. Ein Vergleich von Lachgas und Hydroxylamin-Werten im Ozeanwasser gibt deshalb relativ schnell und einfach schon an Bord einen Hinweis auf das Auftreten dieses Prozesses.

Die angewandte Methode war theoretisch vorher schon bekannt, allerdings gab es noch Probleme bei der praktischen Umsetzung an Bord. „Für unsere Studie haben wir nun erstmals einen Weg gefunden, die Hydroxylamin-Werte sicher mit den an Bord zur Verfügung stehenden Mitteln zu bestimmen“, so Professor Bange.

Damit gibt es jetzt einen vergleichsweise einfachen und schnellen Weg nachzuweisen, wo im Ozean Nitrifizierung stattfindet – und letztendlich wo sich durch diesen Prozess Lachgas im Ozean bilden kann.

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28th March 2019
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