Bali Nord

by    DiveSSI    19th December 2019
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Schwere Holzmöbel auf der Veranda, die Schaukel wiegt sich sanft im steten Wind. Ein Ausblick, als befände man sich in einer anderen Welt: Mangrovenwälder, welche die Meeresbucht umsäumen, garniert von wolkenumhangenen Vulkanen im Hintergrund.  Grillen zirpen, Vögel zwitschern, Frösche quaken ein harmonisches  Konzert. Ein Wettstreit der Naturgeräusche. Ansonsten herrscht hier nur eines: Stille. 
Redet man über Bali erhellen sich die meisten Gesichter umgehend. Surferparadies und Partymeile im Süden, Yoga und Backpackertrails entlang der Küsten, Tauchdestination im Osten. Die kleine Künstler- und Aussteigerstadt Ubud im Landesinneren – für viele das exotische Bali. Hier, so scheint es, endet die Insel für die meisten Touristen. Für einige wenige hingegen fängt sie jedoch erst an. Vom Flughafen Denpasar aus geht es ca. vier Stunden lang quer über die Insel in den Nordwesten. Vorbei an Reisfeldern, Vulkanen, Seen. Die Anreise allein ist bereits ein Abenteuer, lässt die Liste dessen, was man unbedingt erkunden möchte, stetig wachsen. 
 Am Rande des West Bali Nationalparks, direkt an der Menjangan Bucht – einem Meeresarm, der sich zwei Kilometer weit ins Landesinnere zieht, befindet sich das Naya Gawana Resort. Taucher können hier  zum einen  das Naturschutzgebiet Menjangan in wenigen Minuten Fahrtzeit mit dem Boot erreichen, zum anderen haben sie auch die Möglichkeit, entlang der vorgelagerten Küste die Steilwände zu betauchen, die Menjangan in ihrer Artenvielfalt nicht wirklich nachstehen. 
Die heutige gute Sicht entlang der Küste gibt den Blick frei auf eine faszinierende Steilwand, die bis auf 40 Meter Tiefe abfällt. Verschiedenste Hart- und Weichkorallen säumen die Felsen. Ein bunter Garten, in dem sich Schwärme von Riffbarschen tummeln. Anemonenfische wuseln hektisch umher, während ein großer Barrakuda die Taucher missbilligend beäugt. Lediglich den Fledermausfischen scheinen die Besucher egal zu sein. Im Schein der Lampen entdeckt die Gruppe in den Felsspalten unzähliges Kleingetier: farbenfrohe Nacktschnecken im Kostümwettstreit, Kaorimuscheln, tanzende Garnelen. Makroliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten:  Selbst  Pygmäenseepferdchen kann man hier finden. Wie überall gilt auch hier: alles kann, nichts muss. Selbst Großfisch schaut hin und wieder vorbei. 
Nahe der Tauchbasis wurde im Zuge von El Ninjo ein faszinierendes Unterwasserprojekt begonnen: aktiver Riffbau – ideal für den Tauchgang zwischendurch. 
Nur einen Flossenschlag entfernt
Wenige Meter hinter dem Jetty fällt der Meeresboden bereits auf mehr als zehn Meter ab. Die Sicht beträgt in der Regel nur wenige Meter: Die starken Gezeiten in der Bucht hinterlassen ihre Spuren. Plötzlich erhebt sich eine riesige Pyramide aus Stahl, bewachsen von unzähligen Korallen und Anemonen,bestückt mit Fahrrädern, geschnitzten Kunstwerken und Amphoren. 
Mitten im Nirgendwo entstand hier durch viel Arbeit ein künstliches Riff, welches binnen kürzester Zeit von vielen Meeresbewohnern dankend angenommen wurde. Hier lebt alles, was man auch an der Steilwand finden kann, in hoher Anzahl auf kleinstem Raum. 
Recycling abgebrochener Riffstücke 
Die Tisch-, Feuer- und Geweihkorallen gelangen nicht von allein an die künstlichen Konstruktionen, zumindest nicht alle. Die Tauchgärtner sammeln abgebrochene Fragmente an natürlichen Riffen ein und befestigen diese dann an den Gebilden.
Unter all den kleinen Anemonenfischen, den Riffbarschen, Nacktschnecken und Fledermausfischen ist ein fast anderthalb Meter langer Barrakuda der Chef im Ring. Grimmiger Gesichtsausdruck, imposante Beißwerkzeuge, der Körper wie ein einziger stromlinienförmiger Muskel geformt: Die Riffgärtner lieben ihn, für sie ist der Raubfisch wie ein Freund. Einer, der die Natur schützt, indem er sie im Gleichgewicht hält.
Alle Bilder von Sarah Wünsche

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19th December 2019
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