Atempause – Relaqua die Idee der Entspannung im Wasser

by    DiveSSI    4th July 2019
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Es gibt Menschen, die tauchen hunderte Meter weit, tief und über zehn Minuten lang mit nur einem Atemzug. Nik Linder ist so ein Taucher, der in seiner Karriere einige Weltrekorde in der Disziplin Streckentauchen unter Eis gebrochen hat. Nik ist Apnoe Taucher und versucht mit einem Atemzug möglichst weit, tief oder lange abzutauchen.

Doch warum sollte mir das gut tun ? Was für ein Nutzen bringt es lange die Luft anzuhalten oder mit anderen Worten „was können wir von den Apnoetauchern lernen“?

Die wichtigste Kompetenz des Apnoetauchers ist es auf den Punkt entspannen zu können. Dabei nutzt er Techniken, aus der Meditation, dem autogenen Training, der progressiven Muskelentspannung und dem Pranayama - dem Atemteil des Yogas. Apnoetaucher müssen ihre Leistung mit einem möglichst niedrigen Puls schaffen. Ist der Puls zu hoch, dann verbraucht der Körper zu viel Sauerstoff. Der Apnoetaucher entspannt um Leistung zu bringen.

Dabei schafft er es seine Lunge optimal zu nutzen. Während man im Alltag eher flach atmet, kann er seine Atmung bewusst nutzen um seinen Puls zu senken, in die Meditation zu kommen, die Lunge zu reinigen, sich besser zu konzentrieren und vieles mehr. Durch die vermehrte Aufmerksamkeit auf die Atmung, bemerkt er schneller wenn er stress hat und sich dadurch die Atmung verändert.

Zusätzlich nutzt er einen körpereigenen Entspannungsmechanismus, den sogenannten Tauchreflex. Wenn man sein Gesicht ins Wasser legt, senkt sich sofort der Puls, der Körper und Geist entspannt. Zusätzlich erfährt aufgrund dieses Effektes die Lunge und das Gehirn eine Luxusdurchblutung - Sauerstoffreiches Blut wird in die Lebenswichtigen Organe transportiert.

Apnoetaucher und Yogis sprechen übrigens nicht von Luft anhalten, sondern von einer „Atempause“ - sind wir nicht mehr durch die Atmung abgelenkt, öffnet das ein Fenster nach Innen. Wir sind noch offener für die Meditation. Die Meditation ist im Wasser besonders gut zu erleben, denn hier sind wir schwerelos und Sinn reduziert. Die uns normalerweise dominierenden Sinne, wie das Hören und Sehen kommen zu Ruhe. Wir nehmen uns selbst besser war. Das führt dazu, dass wir unseren langsamen Herzschlag wahrnehmen können oder sogar einen Moment des „No Mind“ haben - eine zeit in der wir keinem Gedanken nachhängen.

Nik Linder war ein erfolgreicher Apnoeathlet und hat sich irgendwann gefragt, warum in Zeiten von mentaler Erschöpfung, Depressionen und Burnout, niemand auf die Idee gekommen ist, die Kenntnisse aus dem Apnoetauchen zu nutzen um zu entspannen und zwar ganz ohne Leistungsgedanken. So entstand das „Relaqua“ Konzept, welches er parallel zum Apnoetauchen entwickelt hat. In dem Buch „Apnoe und Meditation“ lernt der Leser wie man die Atmung und Meditation einfach in den Alltag integrieren kann. In seinen Kursen und Workshops die er und seine Trainer weltweit anbieten kann jeder Beginner diese Erfahrungen machen oder nach einem Ausbilderkurs weitergeben.

Infos unter www.relaqua.de

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4th July 2019
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